Die neusten Leserbriefe

Lifestyle-Faschismus

N°441.11. — 8.11. 2014
Daniel Binswanger

  Lieber Herr Binswanger, was Sie zu Ecopop schreiben, ist unter jeglicher Gürtellinie…. “Diffamierende Leserbriefe werden nicht abgedruckt”, aufs Gröblichste diffamierende Artikel schon? Eugenik? Obszönität? faschistoid? Sie stützen sich auf das Buch von B. Glättli, das einiges an Geschichtsklitterung enthält. Ist Ihnen bekannt, dass Ecopop mit James Schwarzenbach nie etwas am Hut hatte? Dass der eher linke ETH-Professor Theo Ginsburg, ein Ökologe der ersten Stunde, 1972-1985 Präsident von Ecopop war? Später die Sozialdemokratin Sonja Crespo? Dass sich Ecopop gegen jegliche pronatalistische Politik wandte, als der damalige Bundesrat Hürlimann die Schweizer Familien aufforderte, drei Kinder auf die Welt zu stellen („unsere Alpenbrache mit garantiert inländischen Kindern“ zu bevölkern)? Wissen Sie überhaupt,...

Anne-Marie Rey, Zollikofen alt Grossrätin SP Anne-Marie Rey, Zollikofen, alt Grossrätin SP, 1971-88 Sekretärin ECOPOP

Über das Böse

N° 459.11. — 15.11. 2013
Matthias Plüss

  Ich bin mit Ihnen, Herr Gruen, einig, dass die frühe Kindheit im Leben eines jeden eine wichtige Rolle spielt. Doch genau das, was Sie kritisieren, installieren Sie paradoxerweise in neuer Form und lösen damit Ihre These wiederum auf: Das Böse in der Welt habe seine Ursache in der misslichen Verbindung zwischen Mutter und Kind im ersten Lebensjahr, so sagen Sie, und dieser Mangel an Nähe verursache Gewalt und zerstörerische Ideologien. Damit rufen Sie eine neue Ideologie hervor und erküren sie gleichzeitig zum Mythos: die Mutter-Kind-Beziehung im ersten Lebensjahr. Eine Ideologie ist immer ausschliessend. Nebst dem, dass diese einfache Formel der Ursache des Bösen nicht standzuhalten vermag, schliesst Ihre Ideologie die...

Jeannette Fischer, Psychoanalytikerin, Zürich

Über das Böse

N°458.11. — 14.11. 2014
Jan Christoph Wiechmann

Was mich an diesem Artikel stört, ist, dass ein ganzes Land pauschal schlecht gemacht wird. Vor allem hat mich irritiert, dass immer wieder der Satz “Es ist Mexiko” eingefügt wird. Das stimmt so nicht: Das ist nicht Mexiko. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist sehr nett, ehrlich, will einfach arbeiten und etwas Geld verdienen, genauso wie bei uns. Der Unterschied ist höchstens, dass viele Politiker, Wirtschaftsleute und Militärs mit der Drogenmafia zusammenarbeiten und so das schnelle Geld verdienen wollen. Anzufügen ist, dass leider die Nachfrage nach diesen Drogen in den USA und bei uns in Europa nach wie vor sehr gross ist. Besteht nicht eine ähnliche Situation mit den Rohstofffirmen,...

Robert Hutter, St.Gallen

Welche Schweiz braucht die Schweiz

N° 366.9. — 12.9. 2014
Finn Canonica & Simona Pfister

Wieder einmal ein Top Magazin! Eine Fülle von Anstössen. Brisante Themen. Relevant. Danke!   Ja – die Bevölkerung sollte mitreden, damit nicht nur die Experten das Sagen haben. Ja – wir sollten früher abstimmen, nicht erst über fertige Projekte. Wie aber heute bauen? Die Bedürfnisse der Menschen ändern von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Häuser werden allerdings für 100 Jahre gebaut, Quartiere haben eine noch längere Lebenszeit. Da stellt uns die Gegenwart vor eine unlösbare Aufgabe. Also nur noch Provisorien erstellen, die zudem offen sind für alle Eventualitäten?

Guido Leibbrandt, Zürich

Klare Ansage

N° 4218.10. — 24.10. 2014
Daniel Binswanger

Das aktuelle Rumgeeiere führender Köpfe der SVP zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, lässt für mich „nur“ einen Schluss zu, die Initianten wollten am 09. Februar gar nicht gewinnen. Just jene Partei, die Durchsetzungsinitiativen lanciert, wenn sie den Volkswillen nicht umgesetzt sieht, spricht plötzlich davon, dass Ausländerkontingente eventuell gar nicht notwendig seien. Dies obwohl der Passus mit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative so in der Bundesverfassung steht. Letztlich ist genau jenes Szenario eingetroffen, wo von die Gegner der Masseneinwanderungsinitiative immer gewarnt haben, die Schweiz hat sich selber in eine Sackgasse manövriert. Die Unsicherheit, wie die Schweiz in Zukunft die Zusammenarbeit mit ihrem wichtigsten Handelspartner gestalten kann und wird, ist Gift für den überwiegenden...

Pascal Merz, Sursee